Ernährung & Verhalten

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Wie Ernährung Emotionen und Verhalten von Hunden beeinflusst.

Auf dieser Seite finden Sie Links zu wissenschaftlich fundierten Informationen über diese Zusammenhänge und die Rolle, die die Zusammensetzung des Futters dabei spielt.

Ernährung liefert dem Körper wichtige Bausteine wie Fette und Öle, Vitamine, Spurenelemente und Eiweiß. Diese Nährstoffe wirken nicht nur auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf Gehirn und Nervensystem. Vor allem Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine sowie Eiweißbausteine wie Aminosäuren beeinflussen, wie ein Hund sich fühlt und auf seine Umwelt reagiert. Die Zusammensetzung des Futters kann mitbestimmen, wie belastbar, ruhig oder reizempfindlich ein Hund im Alltag ist. Einige Aminosäuren, zum Beispiel Tryptophan, sind an der Bildung von Botenstoffen im Gehirn beteiligt. Tryptophan dient als Ausgangsstoff für Serotonin, das unter anderem Stimmung, Schlaf und Belastbarkeit beeinflusst. Ein Ungleichgewicht verschiedener Aminosäuren kann diese Prozesse stören. Auch bestimmte Eiweißbestandteile wie Casein können eine unterstützende Rolle bei Ängsten, Stress und Reizempfindlichkeit spielen. Auf diese Weise kann Ernährung das Verhalten mitprägen. Die folgenden Links führen zu wissenschaftlich fundierten Informationen zu diesen Zusammenhängen.

Hund mit rot-braunem Fell frisst aus Napf.

Der Einfluss der Ernährung auf Neurophysiolgie und Verhalten des Hundes

Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Hämpke, T. M. (2019) – Zur Originalarbeit

 

Eine wissenschaftliche Bewertung. Tierärztliche Hochschule Hannover.

https://elib.tiho-hannover.de/receive/tiho_mods_00000269

 

 

Worum geht es?
Eine Tierärztin hat in ihrer Doktorarbeit alle verfügbaren Studien zum Thema ausgewertet: Wie beeinflusst die Ernährung das Verhalten und das Gehirn von Hunden? Sie hat dabei Futter-Zusammensetzungen, Ergänzungsmittel und pflanzliche Präparate unter die Lupe genommen.
Die wichtigste Botschaft: Ernährung wirkt nicht nur auf den Körper, sondern auch auf das Gehirn – und kann dadurch Stimmung, Stressverarbeitung und Lernfähigkeit beeinflussen. Damit lässt sich Verhalten nicht „durch Futter lösen", aber Ernährung kann ein Baustein sein, der Hunde ausgeglichener und belastbarer macht.


Was zeigt die Forschung?


1. Kohlenhydrate helfen dem Gehirn beim Arbeiten

Hunde brauchen Energie, um konzentriert zu bleiben und Reize gut zu verarbeiten. Futter mit ausreichend Kohlenhydraten sorgt für eine stabile Energieversorgung des Gehirns und regelmäßige Mahlzeiten unterstützen das zusätzlich. Das kann dabei helfen, dass Hunde ruhiger, aufmerksamer und weniger impulsiv reagieren. Auch ein hoher Ballaststoffanteil wirkt sich positiv aus: Er macht satt, ohne zu viele Kalorien zu liefern, und trägt zu einem ruhigeren Verhalten bei.


2. Zu viel Protein kann manche Hunde stressanfälliger machen
Sehr eiweißreiches Futter kann den Transport von Tryptophan – einem Baustein für das „Wohlfühlhormon" Serotonin – ins Gehirn behindern. Bei manchen Hunden kann dadurch Stress, Unsicherheit oder aggressives Verhalten leichter verstärkt werden. Ein ausgewogenes Proteinverhältnis ist daher sinnvoller als „möglichst viel Eiweiß". In manchen Fällen kann ein gezielter Tryptophan-Zusatz helfen, diesen Effekt auszugleichen.


3. Gesunde Fette unterstützen Gehirn und Nervensystem
Ungesättigte Fettsäuren – besonders Omega-3, etwa aus Lachsöl oder Algenöl – wirken sich positiv auf das Gehirn aus. Sie unterstützen die Produktion von Serotonin und Dopamin, schützen die Nervenzellen und können Lernfähigkeit, Konzentration und kognitive Leistungen verbessern – vor allem bei älteren Hunden. Die stärksten Effekte zeigten sich, wenn Omega-3-Fettsäuren zusammen mit Antioxidantien gegeben wurden.


4. Antioxidantien & Vitamine schützen das Gehirn
Bestimmte Vitamine und Spurenelemente – darunter Vitamin E und Vitamin C – schützen das Gehirn vor Zellschäden und verbessern die Denkleistung, besonders im Alter. Sie wirken als wichtige Helfer für viele Prozesse im Nervensystem und entfalten ihre Wirkung am besten in Kombination mit den oben genannten Fettsäuren.


Welche Ergänzungsmittel sind belegt?
Es gibt Zusatzstoffe, die in unabhängigen Studien eine nachweisbare unterstützende Wirkung beim Hund gezeigt haben:

 

• Tryptophan – Baustein für das „Wohlfühlhormon" Serotonin; kann Stress und angstbedingte Aggression reduzieren, besonders wenn das Futter eiweißreich ist


Alpha-Casozepin (aus Milchprotein) – wirkt beruhigend, z. B. bei Trennungs- oder Reiseangst


L-Theanin (aus grünem Tee) – stressreduzierend, ohne zu sedieren


Melatonin – beruhigend, unterstützt den Schlaf-Wach-Rhythmus und hilft bei lärmempfindlichen Hunden

 

Phosphatidylserin – unterstützt die Denkleistung und das Gedächtnis älterer Hunde


Diese Mittel ersetzen kein Training, können aber begleitend sinnvoll eingesetzt werden.

 

Wichtig:

Eine spürbare Wirkung setzt oft erst nach einigen Wochen regelmäßiger Gabe ein.


Für andere häufig empfohlene Produkte – darunter L-Carnitin, Glutamin und GABA-Säuren – fehlen bislang belastbare Belege beim Hund, trotz ihrer Verbreitung auf dem Markt.


Was ist mit Naturheilmitteln?


• Ginkgo – fördert die Durchblutung im Gehirn; bei älteren Hunden mit nachlassender Denkleistung nachweislich hilfreich


• CBD-Öl – beruhigende Wirkung in Tiermodellen beschrieben, aber bisher kein Nachweis der Wirkung beim Hund selbst; noch zu wenig erforscht für eine klare Empfehlung


• Passionsblume – leicht beruhigend im Tiermodell, kaum direkte Studien beim Hund


• Kava-Kava – zwar beruhigend, aber möglicherweise leberschädigend; besser meiden


Für viele weitere pflanzliche Präparate, die im Handel angeboten werden, gibt es schlicht noch keine ausreichende Studienlage.


Was die Studie besonders betont
Ernährung kann Verhalten unterstützen – aber nicht alleine verändern. Sie ist ein Baustein unter mehreren. Genauso wichtig bleiben konsequentes Alltagstraining, klare Strukturen, passende Auslastung und eine sichere Umgebung. Eine gute Futterzusammensetzung kann jedoch dafür sorgen, dass Hunde insgesamt stabiler, gelassener und lernfähiger sind – und damit auch leichter trainierbar.


Welches Ergänzungsmittel im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt besprochen werden.

 

Auch die Schilddrüse kann das Verhalten beeinflussen – ein Check gehört daher zur guten Abklärung bei Verhaltensproblemen dazu.


Originalarbeit: Hämpke, T. M. (2019). Der Einfluss der Ernährung auf Neurophysiologie und Verhalten des Hundes. Dissertation, Tierärztliche Hochschule Hannover.

https://elib.tiho-hannover.de/receive/tiho_mods_00000269

Der Einfluss der Ernährung auf das Verhalten des Hundes:

https://fellkinder.de/der-einfluss-der-ernaehrung-auf-das-verhalten-ihres-hundes/

Hinweis: Im verlinkten Artikel befindet sich ein Tippfehler. An einer Stelle wird als Ursache für gesteigertes Aggressionsausverhalten ein Mangel an Omega-6 genannt – gemeint ist fachlich korrekt jedoch ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren.

Tryptophan als Nahrungsergänzungsmittel und in der Ernährung bei Menschen:

http://tryptophan-supplementation.blogspot.de/

Ernährung beinflusst Verhalten

Ein Artikel in dem die Zusammenhänge von Ernährung und Verhalten gut erklärt werden:
http://www.oyla10.de/cgi-bin/designs/dachshund/index.cgi?page=text&id=712568501209424573&userid=67382633&starteintrag

Kleiner, struppiger Hund nagt an Knochen.

Mangel an Omega-3-Fettsäuren beeinflusst Verhalten negativ

 

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für Gehirn und Nervensystem. Sie beeinflussen, wie gut ein Hund Reize verarbeitet und seine Emotionen im Alltag regulieren kann.

Studien zeigen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren mit Verhaltensauffälligkeiten wie Ängstlichkeit, innerer Unruhe, Übererregbarkeit, eingeschränkter Impulskontrolle und mangelnder Stressverarbeitung in Zusammenhang steht. Diese Zustände können wiederum aggressives Verhalten begünstigen.

Omega-3-Fettsäuren bestimmen Verhalten nicht direkt, sind aber notwendige Nährstoffe, um die biologischen Voraussetzungen für Ruhe, Belastbarkeit und emotionale Stabilität zu schaffen.

 

Weiterführende Informationen zu Omega-3-Fettsäuren, Verhalten und Nervensystem

 

Omega-3-Fettsäuren beim Hund – Wirkung auf Gehirn, Nerven und Verhalten
Verständliche Erklärung einer Tierärztin zur Bedeutung von Omega-3 für Nervensystem, Reizverarbeitung und Verhalten.
https://vetura.de/omega-3-hund/

 

Omega-3-Fettsäuren und das Nervensystem von Hunden
Sehr gut verständlicher Fachartikel einer Tierärztin über die Rolle von EPA und DHA für Gehirn, Nerven und emotionale Regulation.
https://just4vets.online/aus-der-praxis/omega3-nervensystem

 

DHA in der Ernährung von Hundewelpen
Überblick über die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für Gehirnentwicklung, Lernfähigkeit und kognitive Prozesse.
https://academy.royalcanin.com/de/veterinary/dha-for-puppies

 

Studie zu Omega-3, Magnesium und Zink bei Verhaltensauffälligkeiten
Wissenschaftliche Untersuchung zu Ernährung und verhaltensrelevanten Prozessen bei Hunden (Abstract).
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30502867/

Rot-brauner Hund steht auf den Hinterbeinen und fängt ein Leckerchen mit dem Maul.

Ernährung ist ein möglicher Einflussfaktor auf Verhalten, aber nie die einzige Ursache.

 

In der Verhaltensberatung betrachten ich den Hund immer im Gesamtzusammenhang aus Alltag, Gesundheit, Umwelt und Lern- und Vorerfahrungen.

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Externe Links

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Quelle: JuraForum.de-Disclaimer | Online PR mit connektar.de